Claus D. Pusch - Romanische Sprachwissenschaft
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Grundbegriffe der grammatischen Beschreibung und Analyse

Lehrveranstaltungskommentar:

Inhalt:
Die romanische Sprachwissenschaft beschäftigt sich mit einer Vielzahl faszinierender Phänomene, die das Funktionieren von Sprache(n) als System, die Bandbreite möglicher, typologisch relevanter sprachlicher Variation und die Zusammenhänge von Sprache und Denken betreffen. Zahlreiche dieser Phänomene werden in den Einführungsseminaren erwähnt. Leider machen Dozierende der Sprachwissenschaft immer wieder die (frustrierende) Erfahrungen, dass Studierende das Spannende und Faszinierende sprachwissenschaftlicher Forschung nicht nachvollziehen können, weil ihnen die grammatisch-deskriptiven Grundlagen fehlen. So ist es schwierig, für die in vielen romanischen Sprachen (vor allem auf der Iberischen Halbinsel) anzutreffende Differentielle Objektmarkierung (DOM) Begeisterung zu entwickeln, wenn einem nicht klar ist, was Transivität und der Status von grammatischen Objekten in der Sprache ist. Und wenn man nicht genau weiß, was ein Hilfsverb, ein Partizip oder ein Gerundium genau ist, kann man der Leidenschaft einer / eines Lehrenden für verbalperiphrastische Aspektmarkierung wenig abgewinnen.
Dieser Kurs will an dieser Stelle ansetzen und Studierende, die das Einführungsseminar absolviert haben, aber noch am Anfang ihrer wissenschaftlichen Ausbildung stehen (im Idealfall: 2.-4. Semester), mit Grundkonzepten und -begriffen der Grammatik vertraut machen, die sie teilweise noch aus der schulgrammatischen Vermittlung kennen dürften und die ihnen teilweise im Rahmen des Einführungsseminars vorgestellt wurden. Die Begriffe und Konzepte der grammatischen Beschreibung und Analyse werden zunächst vom Dozenten eingeführt und dann - in studentischen Kurzreferaten - anhand der jeweils vom Referenten / von der Referentin studierten romanischen Sprache illustriert. In einem dritten Schritt werden - wiederum vom Dozenten - jeweils Themenfelder aufgezeigt, die auf diesen Grundkonzepten aufbauen, aber stärker theorie- und forschungsorientiert sind und die die Studierenden anhand der im Kurs vermittelten Grundlagen in den Vertiefungs- und Spezialisierungsmodulen ihrer wissenschaftlichen Ausbildung - also im fortgeschrittenen Studienabschnitt - wählen könnten.
Die im Kurs behandelten Begriffe und Konzepte stammen aus dem Bereich der Formen- und Satzlehre (Morphologie, Morphosyntax und Syntax), wobei teilweise auf Aspekte der Semantik und Pragmatik ausgegriffen wird.
Als kursbegleitende Lektüre wird empfohlen:

  • Kaiser, Georg (2020): Syntax des Französischen. Einführung und Vertiefung, Berlin: Schmidt (nur für Französisch-Studierende)
  • Kiesler, Reinhard (2015): Sprachsystemtechnik: Einführung in die Satzanalyse für Romanisten, Heidelberg: Winter (für alle Studierenden)

Organisatorisches:
Dieser Kurs ist als Proseminar Sprachwissenschaft (PL) oder als Sprachwissenschaftliche Übung (SL) für Französisch-, Italienisch- und Portugiesisch-Studiengänge belegbar. Die Veranstaltung wird in deutscher Sprache abgehalten. An Studienleistungen wird - neben der regelmäßigen Teilnahme - die Bereitschaft zur Übernahme eines 10-15-minütigen Kurzreferats erwartet. Die Prüfungsleistung (bei Belegung als Proseminar) besteht aus einer Abschlussklausur, die in der vorletzten Semesterwoche (01.02.2022) in Präsenz geschrieben wird.
Über das Veranstaltungsformat (Präsenz oder synchron-online) wird kurz vor Beginn der Vorlesungszeit informiert. Zur Verteilung von Kursmaterialien und zur Kommunikation zwischen den Kursteilnehmer*innen wird die Lernplattform ILIAS genutzt. Nach erfolgreicher Belegung erhalten die Kursteilnehmer*innen das Passwort zum Beitritt in den ILIAS-Kursraum für diese Lehrveranstaltung persönlich zugestellt.

Geplanter Kursverlauf:

Termin

Rahmenthemen der Sitzung

19.10.2021

Sprache(n) sprechen: ein Kinderspiel - Über Sprache(n) sprechen: eine Herausforderung: Einführung und Überblick über die Seminarinhalte

Der Satz und seine Bestandteile I: Satzkonzept

26.10.2021

Der Satz und seine Bestandteile II: Formen und Funktionen des Verbs

02.11.2021

Der Satz und seine Bestandteile III: Subjekt und Objekt

09.11.2021

Rund ums Verb I: Auxiliarisierung und Verbalperiphrasen

16.11.2021

Rund ums Verb II: Tempus + Aspekt

23.11.2021

Rund ums Verb III: Modus + Diathesen

30.11.2021

Rund ums Nomen I: Struktur der Nominalphrase

07.12.2021

Rund ums Nomen II: Begleiter des Nomens + Nominaldetermination

14.12.2021

Rund ums Nomen III: Betonte und klitische Pronomina

21.12.2021

Dispositionssitzung

28.12.2021
04.01.2022

Kein Kurs (wegen Weihnachtspause)

11.01.2022

Verknüpfung von Sätzen und Sachverhalten I: Parataxe und Hypotaxe

18.01.2022

Verknüpfung von Sätzen und Sachverhalten II: Nebensatztypologie; infinite Konstruktionen

25.01.2022

Informationsstruktur und Morphosyntax I

01.02.2022

Abschlussklausur (in Präsenz; Raum wird später bekanntgegeben)

08.02.2022

Informationsstruktur und Morphosyntax II

Claus D. Pusch > Lehrveranstaltungen > Grundbegriffe der grammatischen Beschreibung und Analyse (WiSe 2021/22)
Aktualisiert am 30.06.2021
Gestaltung: Claus D. Pusch
© Albert-Ludwigs-Universität Freiburg / Romanisches Seminar