Claus D. Pusch - Romanische Sprachwissenschaft
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Forschung

Auf diesen Seiten finden Sie Informationen zu meinen aktuellen Forschungsschwerpunkten und -projekten.
 

Acadie de la mer - Acadie de la terre

Ziel dieses linguistisch-landeskundlichen Projekts ist die Erstellung eines Portraits zweier frankophoner Zonen in der ostkanadischen Provinz Neubraunschweig / Nouveau-Brunswick: der Peninsule Acadienne im Nordosten und der Region am Haut-Saint-John / Restigouche im Nordwesten der Provinz. Dazu wird in beiden Gemeinschaften ein sozio-ökonomisches Profil erstellt, das die Bereiche der Sozialstruktur, des Wirtschaftslebens, der Politik, des Tourismus und der kulturellen Aktivitäten in den Blick nimmt, wobei Daten durch Befragung und teilnehmende Beobachtung gewonnen werden. Auf diesem Weg werden auch sprachliche Daten gesammelt und dokumentiert, die einen Vergleich der in den beiden Regionen gesprochenen akadischen Varietäten erlauben; dies ist von besonderem Interesse, da sich beide Zonen zwar durch eine ähnlich hohe Präsenz des Französischen im täglichen Leben und in der spontanen Interaktion auszeichnen, insbesondere jedoch die Kontaktwirkung der - im kanadischen Kontext insgesamt dominanten - laurentidischen Varietät des Französischen (also des français québécois) in beiden Zonen unterschiedlich stark ist. Das im Zuge des Projekts entstehende sprechsprachliche Korpus, das in die Freiburger Sprachdatenbank MOCA eingebracht wird, kann danach auch als Grundlage weiterer deskriptiver oder interaktionaler Analysen dienen.
 

Subordinationsbasierte Diskursmarker im innerromanischen Vergleich

Dieses Projekt befasst sich mit Diskursmarkern, die aus Konstruktionen mit syntaktischen Subordinationsstrukturen hervorgegangen sind. Typische Vertreter solcher subordinationsbasierter Konstruktionen mit pragmatisch-intersubjektiver Bedeutung sind die parenthetischen Verben des Denkens, Wahrnehmens und Äußerns, daneben sind auch Inferentialkonstruktionen vom Typ span. es que / frz. c'est que, Kopulakonstruktionen des Typs span. la verdad es que und Pseudo-Cleft-Konstruktionen wie kat. el que passa és que zu dieser Gruppe zu rechnen. Subordinationsbasierte Diskursmarker zeichnen sich u.a. dadurch aus, dass sie in dem Maße, wie sie pragmatisch-(inter-)subjektive Funktion erlangen, ihren sententiell-subordinativen Charakter reduzieren; diese Entwicklung ist einem Grammatikalisierungsprozess nicht unähnlich, allerdings entspricht er auch nicht allen üblicherweise angelegten Parametern von Grammatikalisierung, so dass hier besser von einer Pragmatikalisierung der involvierten Subordinationskonstruktionen zu sprechen ist.
Das Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, die subordinationsbasierten Diskursmarker der romanischen Sprachen korpusbasiert zu inventarisieren und in ihrer Distribution und Funktionalität zu beschreiben.
 

Sintaxi històrica de la llengua catalana

Ziel des von Josep Martines (Universität Alacant) und Manuel Pérez-Saldanya (Universität València) initiierten Projekts Sintaxi històrica de la llengua catalana ist die Erstellung einer ausführlichen deskriptiven Grammatik des Altkatalanischen und seiner Entwicklung bis zur neukatalanischen Epoche auf der Grundlage eines editionsphilologisch exakten und repräsentativen Korpus. Das Projekt ist dabei vergleichbar mit dem von Concepción Company (México) geleiteten Forschungsvorhaben Sintaxis histórica de la lengua española, die entstehende historische Grammatik des Katalanischen soll außerdem die von Joan Solà (+) koordinierte ausführliche wissenschaftliche Grammatik des Gegenwartskatalanischen, Gramàtica del català contemporani, ergänzen. Das elektronische Korpus CICA (Corpus Informatitzat del Català Antic), das die einheitliche empirische Grundlage der Teilprojekte der Sintaxi històrica bildet, wird von Joan Torruella (Universitat Autònoma de Barcelona) betreut. Ich bin an diesem Forschungsvorhaben mit einem Teilprojekt zur Imperativität im Altkatalanischen beteiligt.

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Aktualisiert am 20.01.2013
Gestaltung: Claus D. Pusch
© Albert-Ludwigs-Universität Freiburg / Romanisches Seminar